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BECKER Diamantwerkzeuge GmbH

Präzisions-Zerspanwerkzeuge
aus Diamant und PcBN

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Bei ca. 600°C hat der Stahl 1.2379 noch eine Härte von ca. 58 HRc, der Stahl 1.7131 von ca. 48 HRc und der Stahl 1.3505 erreicht nur noch ca. 36 HRc, wobei jeweils die ursprüngliche Härte bei ca. 62 HRc liegt.

Um die gesamte, extrem hohe Leistungsfähigkeit aller unserer PcBN-Schneidstoffe bei allen Anwendern auch tatsächlich auszupowern, sind die folgenden Erklärungen und Hinweise von Bedeutung:

Wie bereits im früheren Zusatzkatalog gestartet, bieten wir unsere 6 beschichteten PcBN-Sorten in bis zu 8 verschiedenen Fasengeometrien pro Schneidstoff sowie unterschiedlichen Bestückungsvarianten an. Mit dieser großen Auswahl werden wir standardmäßig ab Lager praktisch allen denkbaren Anwendungsprofilen gerecht.

Hartbearbeitung mit PcBN

Bei der Zerspanung von gehärtetem Stahl spricht man generell von einer Hartzerspanung. Bei diesem Zerspanmechanismus handelt es sich um eine selbst - induzierte Heißzerspanung. Dabei wird in der Scherzone eine definiert hohe Temperatur von ca. 550 bis 750°C benötigt. Diese erforderliche Temperatur wird durch die Umwandlung der vorhandenen Energie in Wärme erzeugt. Diese Energie steht in Form von Schnittgeschwindigkeit Vc, Vorschub fz, Spantiefe ap sowie den Fasengeometrien A-H der PcBN-Schneiden zur Verfügung. Kühlung ist generell nicht erforderlich.

Rechts zeigen wir Ihnen 3 Anlass-Schaubilder. Sie erkennen die abnehmende Härte bei ansteigender Temperatur. Dabei ergeben sich jedoch signifikante Unterschiede.

Bei der selbstinduzierten Heißzerspanung mit unseren PcBN-Sorten liegt die ideale Härte in der Scherzone bei 40 bis 45 HRc. Dies bedeutet, dass dann unterschiedliche Zerspantemperaturen zwischen 550 bis 750°C erforderlich sind.

Um die ideale Zerspantemperatur in der Scherzone zu generieren und auch zu halten, müssen drei Besonderheiten der selbstinduzierten Heißzerspanung streng beachtet werden:

  • die Wärmeleitfähigkeit der verwendeten PcBNSorte (55%-65% CBN)
  • die verwendete Fasengeometrie A-H oder auch die positive Spangeometrie
  • sowie die Anlassschaubilder (Härtediagramm bei steigender Temperatur)

Um eine professionelle Auswahl aus unserem Standard programm für die vorgesehene Anwendung überhaupt treffen zu können, muss eine Checkliste über folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:

  • Genaue Spezifikation der Stahlsorte und deren Härte in HRc.
  • Bestimmen Sie die erforderliche Oberflächengüte in Ra sowie die Spantiefe.
  • Entscheiden Sie, ob es sich um einen glatten, leicht unterbrochenen oder stark unterbrochenen Schnitt handelt.

Wählen Sie nun anhand unserer Sortenbeschreibung den Schneidstoff aus.

Anhand der Diagramme von den Schnittdaten Anwendungsbereich suchen Sie für die jeweils geforderte Oberflächengüte die entsprechende Fasengeometrie aus.

Beispiel:
100Cr6 - HRc 62
ap = 0,25, f = 0,1
unterbrochener Schnitt
geforderte Ra = 0,6
Schneidstoff PBC-40S
Fase „D“ bei Vc 160m/min
WSP=CNGA 120408-D-40S-45C

Weichbearbeitung mit PcBN

Unter Weichbearbeitung versteht man die Zerspanung aller Werkstoffe in ihrer natürlichen Härte, ohne dass ein Härteverfahren oder ähnliches angewendet wurde. Das heißt im Ergebnis, dass keinerlei Gefügeumwandlung stattgefunden hat. Jedoch muss man unbedingt berücksichtigen, dass es hierbei Werkstoffe gibt (Superlegierungen, Titan usw.), die eine sehr hohe Zerspantemperatur von 700 bis 1.110°C erfordern, die nur mit dem Schneidstoff PcBN generiert werden kann.

Auf der Seite Schnittdaten Anwendungsbereich haben wir verschiedene Anwendungsbereiche mit jeweils einem einfachen Diagramm aufgeführt. Auf der linken Seite geben wir die empfohlenen Schnittgeschwindigkeiten, in den unteren Zeilen die jeweiligen Vorschübe und Spantiefen an.